"Der Zweck heiligt das Mittel" oder doch nicht?

Joaquin

Administrator
Teammitglied
Töte ich jemanden aus purer Lust am Töten und Geringschätzung am Lebens oder tu ich dies um überleben zu können und purer Verzweiflung? Dies trennt für mich Welten.
 

irmi_Keller

Bekanntes Mitglied
Töte ich jemanden aus purer Lust am Töten und Geringschätzung am Lebens oder tu ich dies um überleben zu können und purer Verzweiflung? Dies trennt für mich Welten.
Ich denke der Grat zwischen sich zu wehren , oder zu verteidigen auch andere und töten ist ganz schmal.

Und es ist wichtig in ganz normalen Zeiten sich immer gegen das Töten zu entscheiden,
darum bin ich aussahmslos gegen die Todesstrafe
lehne kriegerische Handlungen ab
und versuche mich im Zaum zu halten

es bedarf der geistigen Übung nicht auszurasten immer wieder, weil unter Stress auf erlernte Fähigkeiten zurückgegriffen wird.

das heißt nicht das ich mich wenn ich angegriffen würde mich wehrlos töten lassen würde
oder das ich ohne etwas zu tun zusehen würde wenn einem Wesen Leid zugefügt würde.
Doch dann wäre mein Ziel nicht den anderen zu töten sodern an seinem Tun zu hindern.


es gibt keinen Zweck der ein unrechtes Mittel heiligt
und wer das trotzalldem behauptet der lügt sich selber in die Tasche
 

Lucas

Aktives Mitglied
das heißt nicht das ich mich wenn ich angegriffen würde mich wehrlos töten lassen würde
Im Moment des Angriffs spielt es keine Rolle welche Auffassung man hat.
Da wird das Handeln sehr direkt, ohne Denken/Nachdenken, ohne zu überlegen welche Konsequenzen etwas hat.

Die Notwehrsituation ist trotzdem interessant.
Wenn man sich den Fall des Kinderentführers Gäfgen und des Beamten der ihm vernommen hat ansieht,
kann man nachvollziehen das der Beamte davon ausging sich in einer Notwehrsituation zu befinden,
weil er es für möglich hielt, daß das Entführungsopfer noch lebt.
Der Zweck sollte hier das Mittel (die Drohung) heiligen.

Juristisch ist so was unhaltbar.
In dem Moment in dem so was akzeptiert würde, würde das bedeuten das der Rechtsstaat aufhören würde zu existieren.
(Die Folgen wären unabsehbar)

So kann man nachvollziehen, daß die Drohung aus einer echten Not heraus erfolgte,
daß aber das nicht geduldet werden darf, weil die Folgen für die Gesellschaft zu schlimm wären,
und eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen dieser Drohung das angemessene Mittel ist.

Wenn der Zweck die Mittel heiligt, ist die Gefahr groß, daß das in allen Gebieten des Lebens, seinen Niederschlag findet.
Das bleibt nicht bei (echten oder geglaubten) Notwehrsituationen.
Bald wird jeder "das Mittel" einsetzen um seine Interessen zu erreichen.

Gruß Lucas
 

irmi_Keller

Bekanntes Mitglied
@ Lucas
deinem Post stimme ich 100% zu.


Was ich dazu aber noch sagen möchte auch die kleinen Mittelchen sind nicht ohne und werden aber von so vielen Menschen angewandt
zum Beispiel das nachspionieren auf dem Handy des Partners
die songenannte Notlüge
je nach Gewicht können diese Dinge das Vertrauen nachhaltig schädigen(zu Recht)

Gruß irmi
 
G

Gast2802

Guest
Ich gehe mit euch absolut einig. Ich denke aber, die Redensart will gar nicht so gewaltige Dinge wie Morde rechtfertigen. Es geht um die fiese kleine intrige, die ganz bestimmt im politischen Bereich usus ist und in vielen Berufen. Darf ich, wenn mein Kollege nachweislich unfähig ist, das trickreich offensichtlich machen? einfach mal am richtigen Tag selbst krank feiern, damit er endlich auf die Schn....fällt und ich ihm aus Anstand nicht wieder die Kartoffeln aus dem Feuer holen muss?
Sowas ist grenzwertig. Da kann ich nur sagen: "und führe mich nicht in Versuchung...."
 

Lucas

Aktives Mitglied
Was das angemessene Mittel ist kann aus der jeweiligen Position unterschiedlich beurteilt werden.
Darum ist es wichtig, sich gedanklich in jeden Position der Betroffenen zu versetzten, und dann zu urteilen was angemessen ist.

Ist es das Ziel auch wert harte Mittel zu verwenden?
Wie nachhaltig schädigt man die Beziehungen durch die Wahl harter Mittel?
 
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