Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Stonebrooker

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AW: Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Falls jemand nicht weiß, worum es geht:


Barbarazweige, früher auch oft als Barbarabäume bezeichnet, sind Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem Tag der heiligen Barbara (Barbaratag) geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden.
Je nach Gegend und Brauchtum werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und in der kalten und düsteren Winterzeit ein wenig Licht in die Wohnung bringen.
Nach altem Volksglauben bringt das Aufblühen Glück im kommenden Jahr. Teilweise ist es Brauch, dass die jungen Mädchen jedem einzelnen Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen. Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen.
Dieser Brauch hat seine Analogien in vielen Kulturen („Lebensrute“) und zählt somit zu den vielen Orakelbräuchen. Schriftlich nachgewiesen ist der Barbarabaum seit dem 13. Jahrhundert und gilt, zusammen mit dem Barbara-Weizen, als einer der möglichen Ursprünge des Weihnachtsbaums.
Der Brauch wird vor allem in Bevölkerungsgruppen ausgeübt, denen die heilige Barbara, eine der Vierzehn Nothelfer, als Schutzpatronin gilt. Sie ist Schutzpatronin der Geologen, der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuergefahr, der Artillerie, Patronin der Bergleute, der Schlesier, der Gefangenen, der Glöckner, der Architekten und der Helfer des Technischen Hilfswerks (THW).
Bauernregel:
Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.

Barbarazweig
 

Wolle

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Alles klar - hab das sonst immer zu Ostern gemacht.
Werd das mal mit Hollunderzweigen probieren.:daumenhoch:
 

Stonebrooker

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Und hier noch etwas Info zum Barbara-Tag:

Der Barbaratag, eignet sich für das Weissagen.

Um Mitternacht oder in der Früh gingen die Mädchen und die Frauen in den Garten oder in den Hof hinaus und brachen sich einige Zweige eines Kirsch-, Aprikosen- oder Apfelbaumes ab. Diese so genannten Barbarazweige (Barbaratswaich, Lewetswaich) wurden an einen warmen Platz gestellt. Wenn sie zu Weihnachten blühten, war nach dem Volksglauben eine reiche Ernte zu erwarten. Wurden die Zweige von einem Mädchen gebrochen und gepflegt, so sollte sie im nächsten Jahr heiraten. Das Nichterblühen der Zweige bedeutete Unglück. In der hl. Barbara verehren auch die Bergleute ihre Schutzpatronin. Dieser Tag wurde in Ungarn bis 1945 auch staatlicherseits offiziell unterstützt und gefeiert, seit einigen Jahren wird dieses Fest in den Bergmannssiedlungen wieder nach alter Tradition begangen.

So beteten und sangen die Leute, während die Bergmannern unter Tage Kohle und Bodenschätze aus der Tiefe holten oder einen Tunnel durch das Gestein wühlten:

O heilige Barbara Du edle Braut,
Mein Leib und Seel’ sei Dir vertraut.
Sowohl im Leben als im Tod,
Komm mir zu Hilf’ in letzter Not.
Komm mir zu Hilf’ beim letzten End,
Dass ich empfang’ das heiligste Sakrament.
Dass ich bei Gott soviel erwerb’,
Dass ich in seiner Gnade sterb’.
Den bösen Geist weit von mir treib,
Mit Deiner Hilf’ stets bei mir bleib!
Wenn sich mein’ Seel’ vom Leibe trennt,
So nimm sie auf in Deine Händ!
Behüt sie Gott vor höllischer Pein,
Und führ’ mein’ Seel’ in den Himmel ein.
Amen
Barbaratag, Barbarazweige, Barbaraweizen - Christkindls Weihnachtsseiten
 

Panzer

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Barbarazweige

Ich mach mit. Weiss zwar noch nicht, was ich da schneiden werde, aber irgendwas wird mir schon in die Quere kommen.

Ach ja, Namen geb ich den Zweigen nicht. Sonst bleibt mir noch eine ... :confused:
 

Wolle

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Bin schon ganz aufgeregt und auch wirklich gespannt ob die denn zum
Heiligen Christfest ihre Blüten eröffnen. :rolleyes:
 

Stonebrooker

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Btw: Es gibt auch Andreaszweige. Aber so weit wollen wir es nicht treiben:

Das Schneiden von Zweigen an Andreas (Andreasreiser, den Barbarazweigen vergleichbar) war im 15./16. Jahrhundert statt an Barbara üblich. Auch damit verbunden waren Orakelbräuche: Frauen, die im Mittelalter am Andreastag einen Weichselzweig schnitten und ihn ins Wasser stellten, konnten mit dessen Hilfe in der Christnacht angeblich erkennen, wer eine Hexe war. Diese trug dann nämlich ein hölzernes Gefäß auf dem Kopf.

Am Andreastag geschnittene Zweige mussten nach besonderen Regeln geschnitten und zusammengestellt werden. Grüne Lebensruten bringen besonders Glück, wenn man sie am Andreasabend um sechs, neun oder zwölf Uhr schneidet. Am besten ist es, wenn die Andreasreiser von sieben oder neun verschiedenen Bäumen oder Sträuchern stammen: Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Rosskastanie, Holunder, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere. Die Zweige müssen schweigend und ungesehen geschnitten werden.

Drei Zweige werden mit je einem farbigen Band gekennzeichnet. Jede Farbe bezeichnet einen Wunsch. Blüht der betreffende Zweig zu Weihnachten, geht der Wunsch in Erfüllung.
Brauchtum im Frühjahr - Zwischen den Jahren
 

Panzer

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Andreaszweige

Also wenn ich den Text in deinem Link so lese, Stonie, dann ist der Brauch mit den Andreaszweigen ja ausschliesslich was für Mädchen. Immer wünschen die sich einen Kerl. Vielleicht hätt ich doch im Mittelalter leben sollen - alles wohllüstige Weibsbilder! :D
 

Stonebrooker

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@ Andreasnacht

Was es nicht alles gibt .....
Weil der Andreastag vor Jahrhunderten einmal das Jahr beendete, ist er bis heute Ort für Jahresend- und Jahresanfangsbräuche, mehr als tausend Jahre später! An ihm finden abergläubisch-scherzhafte Heirats- und Liebesorakel statt. Die Andreasnacht war Losnacht (Losen = Wahrsage, Vorhersage). Weit verbreitet war das Apfelorakel: Ein Mädchen schälte einen Apfel so, dass die Schale ein unzerschnittenes langes Band bildete. Dieses warf sie hinter sich. Ließ sich aus dem Apfelschalenband ein Buchstabe erkennen, so war es der erste Buchstabe im Namen des Zukünftigen. In Sachsen pflegte man das Tremmelziehen: Um Mitternacht musste ein Mädchen schweigend ein Holzscheit aus dem aufgestapelten Holz ziehen. Ein gerades und glattes Scheit kündigte einen jungen, starken Ehemann an, ein Aststück einen alten, krummen. Im Harz genossen die Mädchen zwei Becher Wein als Schlaftrunk und glaubten im Traum ihrem Liebsten zu begegnen. In Thüringen deckten sie ihm den Tisch und öffneten das Fenster in der Hoffnung, dass er sich zeige. In Böhmen wurde das Lichtelschwimmen praktiziert. Doppelt so viele Walnussschalen als versammelte Mädchen wurden, mit einer kleinen Kerze versehen, in einen großen Wasserbottich gesetzt. Jedes Mädchen hatte so sein eigenes Licht und ein weiteres, dem es im Stillen den Namen des erwünschten Zukünftigen gab. Die Nussschalen, die sich trafen, symbolisierten nach dem Orakel ein zukünftiges Brautpaar. Andernorts stiegen die Mädchen rückwärts mit dem linken Fuß zuerst ins Bett und sagten dabei:
Heiliger Andreas, ich bitt',
Daß ich mei Bettstatt betritt,
Daß mir erscheint
Der Herzallerliebste mein,
Wie er geht
Und wie er steht
Und wie er mi zum Traualtar führt.
In Hessen ließen sich die Mädchen von einer unbescholtenen Witwe schweigend und ohne Dank einen Apfel schenken, aßen die erste Hälfte vor und die zweite nach Mitternacht und glaubten so, vom Liebsten zu träumen. Anderswo legte man die zweite Apfelhälfte unter das Kopfkissen. Wieder in anderen Gegenden schlichen die Mädchen heimlich in den Hühnerstall. Gackerte ein Huhn, sollten sie ledig bleiben, krähte der Hahn, so stand die Hochzeit bald vor der Tür. Andere Mädchen umspannten mit den Armen den Gartenzaun; die Anzahl der erfassten Latten gab die noch zu wartenden Jahre wieder. Auch noch andere Gelegenheiten (z. B. Holzspäne auszählen, um Mitternacht in den Brunnen schauen, mit neuem Besen das Zimmer ausfegen, am Andreasmorgen eine Knospe finden, eine Kerze abbrennen lassen, am Nachbarhaus horchen ...) dienten dem Auszählen der Wartezeit oder dem Erkennen des Zukünftigen. Bei einem anderen Hochzeitsorakel wurde z. B. das ABC mit Kreide an die Tür geschrieben. Ein junger Mann oder ein Mädchen wiesen mit verbundenen Augen zweimal auf die Buchstabenfolge. Mit dem einen Buchstaben begann der Vorname, mit dem anderen der Nachname der oder des Zukünftigen. Oder ein Mädchen band einen Fingerring an ein langes Haar und ließ den Ring in ein leeres Glas hinein. So oft der Ring gegen das Glas schlug addierten sich die Jahre, die das Mädchen noch auf seine Hochzeit zu warten hatte. Bei einem weiteren Orakel musste das Mädchen im Dunkeln hinter das Haus laufen und Holzscheite in das Haus holen. Ergaben die Scheite eine gerade = „paarige” Zahl, durfte das Mädchen auf eine Hochzeit im kommenden Jahr hoffen, sonst musste es sich vertrösten lassen.
Brauchtum im Frühjahr - Zwischen den Jahren
 

Stonebrooker

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AW: Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Selbst MON CHERI macht nun mit bei den Barbarazweigen!


In vielen Regionen Deutschlands ist dieser Brauch auch heute noch weit verbreitet und wird von Generation zu Generation weitergegeben.


Zum Barbara Tag überreicht man einem lieben Mitmenschen einen Kirschzweig, um zu zeigen, dass man ihm nur das Beste wünscht - Glück!


Darum verteilen wir am Barbara Tag Kirsch-zweige in vielen deutschen Städten und geben Ihnen auch gleich ein paar Pflegetipps mit, damit ihr Zweig zu Heiligabend auch aufblüht.

Quelle - mit Bild: MON CHÉRI
 

Panzer

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Hol dir deine Barbara-Zweige!

Heute ist Barbara-Tag! Raus aus dem Keller mit euch und hinein in die freie Natur zum fröhlichen Barbara-Zweige-Schneiden! Ich hab meine Forsythien schon im Trockenen. Jetzt müssen die nur noch blühen ...
:cool:
 

Wolle

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AW: Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Sorrry - aber ich melde mich dabei mal ab. Hab mal gegoogelt und die traurigen Ergebnisse gesehen.
Außerdem brauchen sie vorher Frost und meine Tiefkühltruhe ist voll.
Mache dafür lieber beim Osterstrauss wieder mit.
Kann auch nicht so recht glauben das dann eine Babara unter meinen Weihnachtsbaum zu
liegen kommt. Anhang anzeigen 3146
 

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Wolle

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AW: Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Heute Morgen hatte ich ein nettes Gespräch mit meiner Arbeitskollegin Barbara - welch Wunder.
Ging zwar nur ums Rauchen aufhören, das sie jetzt nur noch Schwarz tragen kann weil sie 12 kg
zugenommen hat, und dergleichen Kleinigkeiten mehr - aber immerhin.
Ist doch schon mal ein Anfang.

Und ganz ohne diese dösigen Zweige.:freuen::freuen:
 

Panzer

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AW: Wir schneiden Barbarazweige! Wer macht mit?

Die Äste in meinem Büro sind ein absoluter Schandfleck, aber ich zieh das durch bis zum bitteren Ende!
:D
 
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