Senioren-Union gegen Kitas und Spielplätze in Wohngebieten

Joaquin

Administrator
Teammitglied
Also ich für meinen Teil stoße mich schon an dem Begriff "Kinderlärm".

Ja offensichtlich gibt es da genug Leute, welche diese Meinung vertreten und es sogar mit Industrielärm vergleichen. Wenn ich dann noch lese, dass Kindergärten wegen dem so genannten Kinderlärm schließen mussten, um die Freidhofsruhe nicht zu stören, dann läuft doch etwas gewaltig schief in diesem Land. Das bringen auch nur Leute fertig, die Kinderlärm mit einem Presslufthämmern vergleichen und das tun sie in der Tat.

Wen wundert es da noch, dass Deutschland so vielerorts als Kinderfeindlich gilt?

Nun will die Senioren-Union dafür eintreten, dass Kitas und Spielplätze raus aus den Wohngebieten sollen. Was soll den dieser Unsinn? Ruhe auf Kosten der Kinder und Eltern?

Besonders schön für Eltern, wenn ihre Kinder möglicherweise Kilometer weit gehen müssen um irgendwo spielen zu dürfen. Spielen Kinder im Wohngebiet, haben immer irgendwelche Leute ein Auge auf die Kinder, falls etwas schief geht. Werden diese sozusagen abgeschoben, fehlt diese Kontrolle. Aber egal, Hauptsache ein paar Senioren können ihre Ruhe genießen.

Im übrigen finde ich dabei nicht, dass sich "diese" Senioren (es gibt ja zum Glück viele andere Senioren die nicht so bescheuert sind!) damit einen echten Gefallen tun. Denn letzten Endes grenzt man sich nur selbst aus und verliert damit den Draht zu der Jugend und damit sehr viel Lebensqualität, wie ich finde. Auf der anderen Seite macht man sich damit nur Feinde und vor allem verliert man dadurch auch den Respekt der Jugend.

Ich denke jeder der das Leben von Großfamilien kennt weiß auch, dass hier alte Menschen ebenso von den Kindern profitieren wie die Kinder von den Älteren.

Immerhin denkt nun die Bundesregierung darüber nach, die Kinder mit einem neuem Gesetzesentwurf, aus dem Immissionsschutz heraus zu nehmen.
 
G

Gast254

Guest
Ich habe heute Mittag einen Bericht im TV darüber gesehen und war entsetzt.
Vergessen diese Senioren, dass sie selbst auch mal Kinder und Eltern waren? Da können einem Zweifel kommen.
Erst werden diese "Mietskasernen" aus dem Boden gestampft, Kitas in der Nähe errichtet und sogar Seniorenwohnungen und -heime "hineingepflanzt". Wollte man doch, dass die Generationen miteinander leben und voneinander lernen.
Jetzt soll alles wieder rückgängig gemacht werden ... aber einen "alten Baum verpflanzt man nicht".
Folglich müssen die Kinder umziehen ... am besten gaaaaanz weit weg.

Wie arm müssen die Senioren sein, die so denken und dem ganzen Nachdruck über ihre Union verleihen. Einfach erbärmlich, wo unser Staat doch mehr für die Kinder tun will.
Ja was denn und wann denn?
 
K

Kaschek

Guest
Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten. Und bevor jetzt alle über die Senioren schimpfen, möchte ich ein wenig Partei für sie ergreifen. Wir besuchen regelmässig mit unseren Senioren eine Kita und manchmal kommen auch Kinder zu uns. Wer lange nicht in einer Kita war, sollte dort einmal hingehen und erleben, wie unbeschreiblich laut es ist. Da hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Eine Erzieherin erzählte mir, sie sei abends fix und fertig, wenn sie nach Hause kommt. Der ständige Dauerlärm sei auch für sie belastend.

Mir persönlich wäre es egal, ob eine Kita neben meinem Wohnhaus wäre, mach ich halt die Musik lauter! :D
 

Bluegrass

Aktives Mitglied
[...]Nun will die Senioren-Union dafür eintreten, dass Kitas und Spielplätze raus aus den Wohngebieten sollen.[...]
Wo soll eigentlich "raus aus den Wohngebieten" sein? Industriegelände? Autobahnrastplatz? Tiefster Wald? Da höre ich schon die gleichen Rentner, wenn ein Kind z.B. vom Spielplatz verschwunden ist: "Wie kann man einen Spielplatz auch nur so weit weg bauen?! War ja klar, dass das irgendwann so kommen musste."

Mich nervt Lärm in jeder Form. Ich versuche auch, Ansammlungen von Kindern (z.B. in der Bahn) aus dem Wege zu gehen, aber ich kann Kindern nicht vorwerfen, dass sie Kinder sind. Und die Senioren sollen einfach mal die Hörgeräte ausschalten oder die Fenster schließen. ;)
 
S

Savant

Guest
Das der Lärm neben großen Spielplätzen oder Kindergarten etc. schon erheblich sein kann, das steht außer Frage. Aber das man dabei nach dem Gesetzgeber ruft, finde ich abstrus. Sollte man doch von Fall zu Fall kommunal entscheiden, welche Lärmschutzvorrichtungen getroffen werden. Bei Autobahn u. DB gehts ja auch.
 

Bluegrass

Aktives Mitglied
[...]Sollte man doch von Fall zu Fall kommunal entscheiden, welche Lärmschutzvorrichtungen getroffen werden.[...]
Das ist natürlich so eine Sache, wenn die Erzieher mit ihren Rasselbanden z.B. im Zoo oder so unterwegs sind. Die sitzen schließlich nicht den ganzen Tag in ihrer Kita, um die Senioren zu belästigen. Denen wird auch irgendwann langweilig. Vielleicht gibt's da in Zukunft adäquate schalldämmende Käseglocken, unter denen sich Erzieher und Kinder in der Öffentlichkeit zu verkriechen haben. ;)
 
Oben