Schavan und ihre Dissertation

Gewürz

Aktives Mitglied
Ihr dürft hier gerne zur Sache diskutieren und euren privaten Kram per PN regeln.
Ich habe keinen privaten Kram mit n.

Und ich lege keinen Wert auf PN-Verkehr mit n.

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Es gibt auch gute Nachrichten.


Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, soll es in der Dissertation von Frau Schavan auch einige Seiten geben, die fast fehlerfrei sind.
 

FreeMind

Benutzer
Der Fall von Schavan unterscheidet sich stark von Gutenberg. Gutenberg Verstöße waren viel gravierender und die Dissertation ist nicht so alt gewesen, wie die von Schavan. Sie musste ihre Arbeit noch mit einer Schreibmaschine schreiben und hat kleine Rechtschreibfehler mit einem Füller korregiert. Ich will das gar nicht entschuldigen, aber sie jetzt gegen die Uni klagt zeigt doch, dass sie immer noch davon ausgeht, dass sie nicht wirklich vieles falsch gemacht hat. Schavan wirkt bei der ganzen Sachen, auch mit ihrer Klage, wesentlich glaubwürdiger als der Gutenberg. Aber man sollte auch fragen, was für Fehler die Uni gemacht hat. Hat sie ihre Doktorandin nicht richtig unterstützt. Ich finde, dass es zu einfach greift, dass nur sie alleine die Schuldige ist, die alles falsch gemacht hat. Außerdem ist der Vergleich mit Gutenberg nicht wirklich gut, finde ich...
 

Savant

Neuer Benutzer
Ein Doktortitel ist doch ein relativ hochgestellter Titel in unserem System. Durch diesen Titel wird die soziale und finanzielle Stellung des Doktoranden mächtig nach oben platziert. Da kann man doch vom Verfasser doch erwarten, das die Arbeit schriftlich und inhaltlich exzellent dargestellt wird. Handschriftliche Korrekturen sind da "out", und ein übersichtliches Zitatverzeichnis sind da doch unerlässlich? So eine Arbeit wird ja nicht wie ein Schulaufsatz in ein paar Stunden entworfen, sondern zieht sich meist über Jahre. Nur gute Doktortitel und Verbesserungen, die durch den Inhalt hervorgehen, sind meiner Ansicht nach akzeptabel. Die Details müssen stimmen.

Ob das nun ~1980, oder heute geschrieben wurde, bleibt das Gleiche. Als Kultusministerin sollte eine sorgsame Dissertation unausweichlich sein. Wir benötigen dringendst gute und intelligente Führungskräfte mit aussagefähigen Papieren. Nach dem Kriege war es vielleicht schwieriger solche Personen zu finden, aber heutzutage sind wir im Konkurrenzkampf doch darauf angewiesen unsere Elite genau zu beobachten. Egal welcher politischen Farbe sie sich zugehörig fühlen.

Es werden bestimmt noch Viele mit ihren Doktortiteln gemogelt haben, aber ich finde es richtig, das man dies auch in späteren Zeiten nachverfolgt.
Bei einem Schlosser, der eine fehlerhafte Schweißarbeit abgibt und es passiert etwas, bei dem steht die Staatsanwaltschaft gleich vor der Tür. Da müssen bei solch hohen Graden die Ansprüche ja noch viel genauer und verantwortungsvoller bemessen werden. Ein Sportler, der Doping betreibt, wird ja auch zur Rechenschaft gezogen, wenn er auffällig wird.
 

irmi_Keller

Bekanntes Mitglied
Eine Frage die mich dazu beschäftig ist die
wie kann und konnte es passieren das nicht erkannt wurde das die Arbeit nicht korrekt war.

Um bei deinem Beispiel vom Schlosser zu bleiben
der Schlosser fuscht und der Tüv prüft die Arbeit
es passiert ein Unfall
sind dann nicht beide schuldig ?

Mir fallen dazu Studien ein wonach ein und die gleiche Arbeit von Schülern von unterschiedlichen Personen bewehrtet wurden
die Noten lagen weit auseinander.

Nur das unkorekte Doktorarbeiten nicht einfach so hingenommen werden sollten der Meinung bin ich auch. So ein Doktortitel ist nun mal keine Auszeichnung für den schönsten Sommerhut
 

TapHat

Benutzer
Sehe ich auch, eine Dissertation ist keine wahl fürs schönste Aussehen, sondern eine wissenschaftliche Arbeit, die zeigt, dass man selbständig wissenschaftlich Arbeiten kann. Diese Leistung verdient einen großen Respekt, denn so eine Dissertation ist nicht einfach und es braucht viel Zeit.
Ich sehe es aber auch so, dass es schon irgendwie hätte auffallen müssen...bzw. bei der Betreuung ist etwas schief gelaufen. Auf der anderen Seite war es eine andere Zeit und es gab keine Computer und auch keine Überprüfungssoftware...Da war die Überprüfung von Texten nicht einfach und verlangte mehr Arbeit...
 
G

Gast4188

Guest
Ein Doktortitel ist doch ein relativ hochgestellter Titel in unserem System. Durch diesen Titel wird die soziale und finanzielle Stellung des Doktoranden mächtig nach oben platziert.
Aber genau das ist doch der Schwachsinn :mad: Ein Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe, hatte einen Geschäftsführer, der war promovierter Theologe. Ich bin sicher, dass unsere Putzfrauen mehr von Betriebswirtschaft verstehen, als dieser Suppenkasper. Dafür konnte der Hebräisch - das ist zwar auch nicht zu verachten, bringt einen aber bei der Führung eines Handelsunternehmens nicht wirklich nach vorne.
Ein Doktor hat (meistens) den Nachweis der selbstständigen, wissenschaftlichen Forschung in einem Spezialgebiet eines Spezialgebiets erbracht - sozusagen die Quadratur des Fachidioten. Und wenn man sich manche Arbeiten mal anschaut - die vom Guttenberg habe ich überwiegend gelesen - dann fragt man sich: Warum? Warum ist dieser Müll überhaupt abgeschrieben worden und warum gibt es da auch noch einen Doktortitel? Aber wahrscheinlich hab ich das nur alles nicht richtig verstanden.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Wer eine ehrliche Doktorarbeit abgeliefert hat soll seinen Titel auch mit Stolz tragen dürfen. Und wir sollten uns davor hüten, in diese Doktortitel zu viele Kenntnisse hineinzugeheimnissen :D
 
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