Mindesthaltbarkeitsdatum / Verfallsdatum?

friedali

Benutzer
Hallo liebes Forum! In letzter Zeit lese ich viel über Diskussionen von Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum und verstehe nicht so ganz was da überhaupt diskutiert wird. Die deutschen Grünen kritisieren den Ernährungsminister, weil der das MHD abschaffen will, aber worum geht's dabei jetzt eigentlich und warum ist das so ein Streitpunkt? LG
 

Sonnenschein

Moderator
Teammitglied
Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum !

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel bei sachgerechter Aufbewahrung (insbesondere Einhaltung der Lagertemperatur) auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie ohne gesundheitliches Risiko verzehrbar ist.
Da es sich um ein Mindesthaltbarkeitsdatum handelt, ist das Lebensmittel in der Regel auch nach dem angegebenen Datum noch verzehrbar.

Grundsätzlich anders zu bewerten ist das Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis…").
Es ist bei Lebensmitteln zu finden, die in mikrobiologischer Hinsicht sehr leicht verderblich sind und nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen könnten.
Aufpassen muss man, ob man ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum vor sich hat. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Hack- oder Geflügelfleisch müssen laut Vorschrift ein Verbrauchsdatum tragen. Danach sollten sie nicht mehr gegessen werden.


lese hier:
http://www.wissen.de/raetsel/was-ist-der-unterschied-zwischen-mindesthaltbarkeit-und-verbrauchsdatum


Um weniger Lebensmittel zu verschwenden, fordert Ernährungsminister Christian Schmidt eine baldige Abschaffung des Haltbarkeitsdatums.
Er plädierte dafür, das Mindesthaltbarkeitsdatum durch „intelligenten Verpackungen“ zu ersetzen.



Die Grünen kritisieren das.
Die Sprecherin für Verbraucherschutz der Grünen-Bundestagsfraktion,
Nicole Maisch forderte nun stattdessen, schädliche Subventionen abzuschaffen, die "auf Überproduktion und Masse statt Klasse setzen".
Die regionale Lebensmittelproduktion und -vermarktung müsse stärker gefördert werden, weil kürzere Transportwege und Lagerzeiten auch für weniger Abfall sorgten.
In Deutschland werden elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeschmissen.
Brüssel will die EU-Staaten dazu verpflichten, die Zahl der Lebensmittelabfälle bis 2025 um 30 Prozent zu verringern. Schmidt hatte erklärt, die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar, als auf den Verpackungen stehe: „Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben.“
unter:http://www.wiwo.de/technologie/umwe...ieren-vorstoss-zur-abschaffung-/13371486.html

lese hier:
http://www.zeit.de/politik/deutschl...en-christian-schmidt-mindesthaltbarkeitsdatum

LG Sonnenschein
 
Zuletzt bearbeitet:

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Die Veränderung oder Abschaffung des mindest Haltbarkeitsdatum wird keine Veränderung bringen, denn wer Angst hat wird diese dadurch nicht los.
Also schmeisst er weiterhein weg.
Menschen die ihren Verstand einsetzen, wissen wann sie welche Lebensmittel noch essen können.
Hackfleisch, Geflügel und Fisch sind eh eine Sache für sich und müssen schnell eingefroren, gekocht gebraten gegart und noch schneller gegessen werden.
Geflügel ist sowieso nicht ohne, die Keime verbreiten sich schnell in der Küche, wenn das Fleisch gewaschen wird durch laufendes Wasser was auch durch die Gegend spritzen kann
und so die Küche etc. verseuchen kann.
Immer in stilles eingelassenes Wasser eintauchen und säubern.
(wer es nicht glaubt, einfach mal : hühnerfleisch nicht waschen : eingeben im Netz--www.)
Vollkonserven sind fast ewig haltbar (Blechkonserven)
Mineralwasser in Glasflaschen ebenfalls. Kunststoff geht mit der Zeit kaput und verseucht das Mineralwasser, sonst wäre dieses Mineralwasser auch ewig haltbar.
Ich halte auch diese Chipsache für übertrieben, weil da wieder mehr Müll ensteht.
 

friedali

Benutzer
Ich glaube die große Frage ist halt auch, wieso sind wir so entfremdet von unseren Lebensmitteln? Wie können wir wieder einen engeren Bezug zu dem gewinnen, was uns am Leben erhält?
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Wir, die ältere Generation sind nicht entfremdet, nur wir haben uns an den Wohlstand gewöhnt aber wir kennen noch die anderen Zeiten.
Das gilt jetzt nicht für die unter 60 jährigen, aber auch da gibt es Ausnahmen.
Jeder der wie ich ab 1945 geboren wurden hat schon- noch- was mitbekommen, Sparsamkeit oder aus wenig bis garnichts etwas machen um die Familie satt zu bekommen.
Ich schaue immer auf den Preis auch wenn ich dann trotzdem mehr oder zuviel Geld ausgebe.
Lebensmittel werden dahin geliefert wo bezahlt wird und wenn diese Lebensmittel auf der ganzen Welt bezahlt werden können, steigen auch die Preis.
Ein Beispiel ist ja China, da werden Produkte gekauft, die kannten die vor 30 Jahren garnicht.
Babynahrung Made in Germany und noch so verschiedenes mehr.
Meine Beschreibung oder Idee die ich ja schonmal beschrieben habe, wird wahrscheinlich wahr werden, teurer gleich weniger.
Alleine weil die Menschheit sich so auf die 10-12 Milliarden einpendeln wird.
 

eintagsfliege

Neuer Benutzer
Menschen die ihren Verstand einsetzen, wissen wann sie welche Lebensmittel noch essen können.
Ja, gerade bei Prodkuten die man schon selbst erworben hat, kann man ja vor dem Verbrauch einen Blick darauf werfen und gegebenenfalls kurz daran schnuppern, um zu überprüfen, ob es noch gut ist.

Schwieriger finde ich es da zum Beispiel Lösungsansätze für die Gastronomie zu finden.. die kaufen ja einerseits große Mengen von Lebensmittel und dürfen diese sicher nicht mehr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwenden. Dazu kommen dann noch die oft viel zu groß kalkulierten Portionen oder Reste, die bei Buffets übrig bleiben, aber eigentlich noch einwandfrei sind.

Ich denke, um die Lebensmittelverschwendung in den Griff kriegen zu können, muss man an verschiedenen Stellen ansetzen. Wobei das Gute ist, dass absolut jeder da seinen kleinen Teil dazu beitragen kann!
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Mindesthaltbarkeitsdatum kann man ja verlängern, durch das einfrieren und gerade in der Standard Gastronomie wird viel mit Fertigprodukten sprich vorgekochten Menü`s gearbeitet, auch teilweise in teureren Restaurants.
Die Gastroindustrie abeitet da schon seit Jahren mit eingefrorenen fast fertigen Mahlzeiten und da wird nur das entsorgt, was der Gast/Kunde auf dem Teller lässt.
Ein Restaurant arbeitet mitlerweile auch just in Time und legt sich keine riesigen Bestände aufs Lager um Kosten zu sparen.
Die regelmässige Anlieferung spart beides, Lebensmittel und Geld.
Wer grosse Portionen nicht schafft, nimmt den Rest mit nach Haus, einfach einpacken lassen.
Ist Übungssache, aber wenn man es ein/zweimal gemacht hat, gewöhnt sich jeder daran.
 

eintagsfliege

Neuer Benutzer
Das sich einpacken lassen und mit nach Hause nehmen, das macht aber auch noch längst nicht jeder. Vielen Menschen ist es ganz offensichtlich unangenehm nach Alufolie oder einem Sackerl zu fragen.

Und natürlich will ein Restaurant oder eine Kantine auch nur so wenig wie möglich wegschmeissen, aber das ändert nichts daran, dass noch immer eine Menge im Mist landet. Bei Buffets zum Beispiel bleibt immer eine Menge übrig, weil eben bis zum Schluss die einzelnen Gerichte nachgefüllt werden. Eben schlicht und einfach deswegen, weil Menschen lieber bei Dingen zugreifen, von denen noch eine nennenswerte Menge da ist.

Ich halte die TafelBox da für keine schlechte Idee. Das ist eine verschließbare Plastikbox, ein Teil des Erlöses davon geht hier in Österreich an die Tafeln. Halte ich für einen guten Beitrag um die Lebensmittelverschwendung zu verringern.
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Das sich einpacken lassen und mit nach Hause nehmen, das macht aber auch noch längst nicht jeder. Vielen Menschen ist es ganz offensichtlich unangenehm nach Alufolie oder einem Sackerl zu fragen. >>>Und natürlich will ein Restaurant oder eine Kantine auch nur so wenig wie möglich wegschmeissen, .
Wer macht denn das, mit dem einpacken, wir.
Wir bekommen einen Kunststoffbehälter (einfachster Art) und da sind die leckeren Sachen drinn die wir nicht jetzt aber später essen können.
Auch da ist eine Entwicklung gefragt, die Scham abzubauen.
Ist bei mir auch nicht von heute auf morgen gekommen.
Wenn wir reduzieren wollen, nicht den Bauchumfang, sondern den sinnlosen Mahlzeiten Resten Entsorgungswahn, dann müssen wir über unseren Schatten springen und auch mal sagen, bitten packen sie mir das ein.
BITTE PACKEN SIE MIR DAS EIN.
 
G

Gast4188

Guest
Sogar einen Knochen würde ich für meinen Hund einpacken lassen. Da habe ich noch nie falsche Scham gezeigt. Schließlich bezahle ich für das Essen. Bis jetzt war das auch noch nie ein Problem ;)
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Es gibt zwei Möglichkeiten, nicht mehr hingehen oder selbst immer ein/zwei Plastiktüten zum einfrieren, weil die für Lebensmittel geeignet sind, dabei haben.
Ne Tupper oder andere Kunststoffgefässe für Lebensmittel tun es natürlich auch.
Jeder der ja mal ab und an ins Restaurant geht kennt ja in etwa die Mengen der Gerichte und könnte das so regeln, aber für mich sind das keine Fachkräfte
sondern D.....Köpfe.
 

Helmett

Neuer Benutzer
Ich finde es spannend wie hier im Forum gerade viel über Lebensmittelverbrauch diskutiert wird. Damit kann man sich nicht oft genug auseinandersetzen!

Die Debatte um das Mindesthaltbarkeitsdatum habe ich mitbekommen und begrüßt. Trotz allem habe ich im Bekanntenkreis immer mal mitbekommen, wie nach nur wenigen Tagen Lebensmittel auf grund von Schimmelbefall weggeworfen werden und hier schon viel vor Ablauf des MHD passiert. Insofern hatte ich immer das Gefühl der Verbraucher würde das MHD als Orientierungsstütze begrüßen und es sonst auch "irgendwann sowieso" wegwerfen, wenn es denn abgeschafft wird. Ich bin wie gesagt ein Befürworter der Abschaffung, ich möchte damit aber sagen, dass ich nicht denke, dass es dadurch unbedingt besser wird.
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Heute noch gelesen, in China steigen die Lebensmittelpreise.
Das könnte sich, ja wird sich weltweit auswirken und ich sehe schon die Multis sich die Hände reiben.
Seit Lebensmittel wie Weizen etc. an der Börse notiert werden steigt der Preis kontinuierlich aber bis jetzt noch in erträglichen Rahmen. (Deutschland)
 

eintagsfliege

Neuer Benutzer
Einer Bekannten ist die Bitte mit den Worten:"Wir sind doch keine Pommesbude!" verwehrt worden. Mir ist das noch nie passiert.
Mir zum Glück auch nicht. Ich muss zugeben, dass ich das auch nicht sonderlich gut aufnehmen würde, wenn mein Essen, für das ich bezahlt habe, einfach so weggeworfen würde. So ein Restaurant hätte mich zum letzten Mal als Gast gehabt.

Heute noch gelesen, in China steigen die Lebensmittelpreise.
Ich habe mal eine schockierende Doku über Mangelernährung gesehen. Darin ging es nicht nur darum, dass Lebensmittel generell zu teuer wären, sondern auch darum, dass zB in den USA teils eine Flasche Limo + eine Tüte Chips billiger sind als zum Beispiel eine Flasche Mineralwasser + Zutaten für ein Gemüsecurry. So werden finanziell schlecht gestellte Menschen zwar dick, sind aber trotzdem mangelernährt, weil eben die wichtigen Nährstoffe nicht aufgenommen werden.

Solche Zustände wünsche ich mir nicht und finde, dass man da was machen muss. Insgesamt wäre ja genug für alle da, würde die Verteilung nicht so miserabel sein und so viel weggeworfen und vernichtet werden. Ich hoffe wirklich, dass die aktuell laufenden Unterschriftenaktionen Erfolg haben werden. So könnte einerseits Bewusstsein geschaffen werden und andererseits wirklich eine bessere Gesetzeslage geschaffen werden. Welche Erfahrungen habt ihr mit Greenpeace Petitionen?
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Ich habe mal eine schockierende Doku über Mangelernährung gesehen. Darin ging es nicht nur darum, dass Lebensmittel generell zu teuer wären, sondern auch darum, dass zB in den USA teils eine Flasche Limo + eine Tüte Chips billiger sind als zum Beispiel eine Flasche Mineralwasser + Zutaten für ein Gemüsecurry. So werden finanziell schlecht gestellte Menschen zwar dick, sind aber trotzdem mangelernährt, weil eben die wichtigen Nährstoffe nicht aufgenommen werden.

Solche Zustände wünsche ich mir nicht und finde, dass man da was machen muss. Insgesamt wäre ja genug für alle da, würde die Verteilung nicht so miserabel sein und so viel weggeworfen und vernichtet werden.
Insgesamt wäre ja genug für alle da, würde die Verteilung nicht so miserabel sein und so viel weggeworfen und vernichtet werden.

Da muss ich Dir wiedersprechen,
Erstens die Verteilung (Logistik) funktioniert weltweit gut bis besser.
Zweitens das Wegwerfen von Lebensmittel hat keinen Einfluss auf die Erträge der Landwirtschaft in Afrika und deren Verteilung dort.
Drittens bei den Konflikten in Afrika besteht ja gar kein Interesse von den Konfliktparteien das die Bauern in Afrika genügend produzieren könnten, durch moderne Methoden. Ansätze dazu werden gewaltsam zunichte gemacht in den Kriegsgebieten etc. etc. .

Beispiel USA müsstest Du noch spezifizieren was im einzelnen für Zutaten für ein Gemüsecurry in Frage kommen, Menge usw..

Beispiel Deutschland, hier werden die Armen auch immer dicker, weil die Dosen/Billigprodukte halt satt machen sollen.
 
Ich habe mal gelesen, dass man ein Joghurt, das kühl und dunkel gelagert wurde auch ein Jahr später noch problemlos essen kann. Wenn es richtig gelagert war. Supermärkte müssen abgelaufene Produkte leider wegwerfen, man darf sie auch nicht zu einem günstigeren Preis kaufen.
 

Herko

Neuer Benutzer
Ich habe auch das Gefühl, als wenn die Menschen durch das Mindesthaltbarkeitsdatum mit der Zeit zunehmend verunsichert wurden. Heute haben viele Angst vor Lebensmitteln, wo das Mhd abgelaufen ist. Leider ein trauriges Resultat.
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Wenn sich junge Menschen mehr auf Fertigprodukte verlassen, dann gibt es mehr Probleme mit dem M.H.D. weil sie einfach das Gefühl für Nahrungsmittel im allgemeinen verlieren
bzw. garnicht erwerben/erlernen.
Vollkonserven halten ewig und Mineralwasser auch.
Kunststoffflaschen machen das Wasser zum Problem, deswegen hält es dort nicht ewig.
 
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