Gedichte

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Gast363

Guest
Simon Dach (1605-1659)
Willst du dein Herz mir schenken
Willst du dein Herz mir schenken,
So fang es heimlich an,
Dass unser beider Denken
Niemand erraten kann.
Die Liebe muss uns beiden
Allzeit verschwiegen sein,
Drum schließ die größten Freuden
Im innern Herzen ein.
Behutsam sei und schweige
Und traue keiner Wand,
Lieb innerlich und zeige
Dich außen unbekannt.
Kein Argwohn musst du geben,
Verstellung nötig ist,
Genug, dass du, mein Leben,
Der Treu versichert bist.
Begehre keine Blicke
Von meiner Liebe nicht.
Der Neid hat viele Tücke
Auf unsern Bund gericht!
Du musst die Brust verschließen,
Halt deine Neigung ein,
Die Lust, die wir genießen,
Muss ein Geheimnis sein.
Zu frei sein, sich ergehen,
Hat oft Gefahr gebracht.
Man muss sich wohl verstehen,
weil ein falsch Auge wacht.
Du musst den Spruch bedenken,
Den ich vorher getan:
Willst du dein Herz mir schenken,
So fang es heimlich an.
 
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Gast4693

Guest
Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?

Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?
Plötzlich dunkelrot und jung und nah?
Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen
Aber als wir kamen, war sie da.

Eh sie da war, ward sie nicht erwartet.
Als sie da war, ward sie kaum geglaubt.
Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet.
Aber war es so nicht überhaupt?

Bertolt Brecht
 
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Gast4563

Guest
Horizont

Dein Horizont erscheint Dir groß
aber um ehrlich zu sein
ist Dein Geist klein
denn Du verachtest jene
die anders sind als Du
Du machst Dir keine Mühe
die Menschen kennen zulernen
und solange Du nicht bereit bist
des anderen Anderssein
zu akzeptieren
bist Du noch weit entfernt
von Reife und Weisheit.

Sylvia Schwing
 
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Gast4693

Guest
Mein Atem

In meinen Tiefträumen
weint die Erde
Blut


Sterne lächeln
in meine Augen


Kommen Menschen
mit vielfarbnen Fragen
Geht zu Sokrates
antworte ich


Die Vergangenheit
hat mich gedichtet
ich habe
die Zukunft geerbt


Mein Atem heißt
Jetzt


Rose Ausländer
 

Sonnenschein

Moderator
Teammitglied
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Gedichte, Lyrik und Balladen
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Wanderlust

Seht, wie die Wellen eilen
Hervor aus der Berge Haft:
Ich will und ich mag nicht weilen -
Muss fort auf die Wanderschaft!
Seht, wie die Wolken treiben
Im gold’nen Sonnenschein:
Ich will und ich darf nicht bleiben -
Es muss gewandert sein!
Sehr, wie die Winde wehen
So frisch durchs blühende Tal:
O lasst mich mit ihnen gehen,
Lebt wohl viel tausendmal! - -
Und Wind und Wolken und Welle,
Die sind dir treues Geleit:
Wohlauf denn, frischer Geselle,
‘s ist fröhliche Wanderszeit!

Anton Müller
 
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Gast4188

Guest
Memento mori

Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
indes die Zeit von dannen läuft,
hat zu erledigen eine Menge,
und kommt, so sagt man, ins Gedränge.

Inmitten all der Zappelnot
trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
Was grad so wichtig noch erschienen,
fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
Nur dieser einzige zuletzt:
Am Mittwoch wird er beigesetzt -
und schau, den hält er pünktlich ein,
denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.

Eugen Roth
 

Daydreamer

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Es kann nicht immer Sommer sein

Es gibt Situationen im Leben,
da muss man neu anfangen, Vergangenem vergeben..
Man sollte an Schlechtes nicht ewig denken -
sondern der Zukunft seine Kräfte schenken..

Mit Selbstdisziplin, festem Willen und Mut,
mit Kraft und ja, auch Herzensblut
wird es gelingen, andere zu schätzen -
zu diskutieren.. und nicht zu verletzen..

Wir haben verstanden, die Lektion ist klar:
Nichts soll so bleiben, wie es jetzt war..
Oft ist der richtige Weg zum Glück
auch mal ein kleiner Schritt zurück..

Es kann nicht immer Sommer sein -
es gibt nicht ewig Sonnenschein..
Doch das Hand-in-Hand-gemeinsam-geh'n
kann schlimmste Zeiten übersteh'n..

(Daydreamer)
 
G

Gast4188

Guest
Mit Arbeit ist es so auf Erden,
sie kann sehr leicht zum Laster werden.
Du kennst die Blumen nicht die duften,
Du kennst nur ARBEITEN und SCHUFTEN,
so gehn sie hin, die schoensten Jahre,
bis endlich liegst Du auf der Bahre,
und hinter Dir da grinst der Tod,
kaputt malocht,
DU IDIOT !!!
 

Daydreamer

Neuer Benutzer
Unnahbar

Wenn ich an dich denke, dich nur sehe,
dann sehne ich mich nach deiner Nähe..
Ich gehe auf dich zu, doch du merkst es - schon bald..
dreh ich mich um.. und ich werde eiskalt..

Ich wollt dir vorhin noch sovieles sagen -
und nun kann ich nichtmal die Gedanken ertragen..
Dein Blick ist so schön, voller Fragen an mich -
ich bin voller Angst, ich verliere dich..

Doch kann ich verlieren, was nie bei mir war?
Gedanklich streich ich dir übers Haar..
Ich dreh mich um, schau dich traurig an..
weiß nicht, ob ich dir alles erzählen kann..

Leise sag ich 'Wirt, bitte noch ein Bier..
und mach ein bisschen Stimmung hier..'
Tja, jetzt steh ich hier - so ganz allein..
und würd verdammt gern bei dir sein..

Du kommst zu mir, legst deinen Arm um mich..
nur ganz kurz schmieg ich mich an dich..
Dann wach ich auf, bekomm einen Schreck..
stammel nur leise: "Sorry, ich muss weg.. "

Draussen will ich am liebsten zurück..
doch mit mir.. hast du Süße ganz sicher kein Glück..
Ich geb dich auf, dann ist alles gut -
es anders zu machen.. dazu fehlt mir der Mut..

(Daydreamer)
 
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