Alt, vergessen und alleine gelassen

Joaquin

Administrator
Teammitglied
Alt, vergessen und alleine gelassen, so schaut oft das Leben von älteren Menschen aus und wenn man sich diese Menschen anschaut, dann ist man oft schnell mit Vorurteilen dabei und vergisst die wahre Geschichte des Menschen dahinter.

 

JeanLuc

Neuer Benutzer
Die Zustände sind leider bitter und katastrophal, eine Besserung scheint kaum in Sicht - im Gegenteil.

Durch den demographischen Wandel wird die Zahl der Senioren nur weiter anwachsen, während das Bildungssystem versucht parallel ihre Arbeitskräfte immer frühzeitiger auszuspucken. Arbeitskräfte, die mehr und mehr auf höhere Abschlüsse abzielen werden, so dass bereits jetzt Haupt- und Realschulabsolventen rückläufig erscheinen. Für Pflegedienste bleibt am Ende nicht viel übrig, der Zivildienst ist auch seit Jahren wech..

Ich finde es traurig und das aus vielerlei Sicht. Die Jugend wird in engere Lebensläufe gepresst, möchte ihr Leben aufbauen und in einer Geselllschaft wie dieser wirken Senioren folglich als "Last". Das fehlen dieser familären Werte muss auch nicht verwundern in einem Land, in dem es uso ist, dass Kinder mit 18 Jahren das Haus verlassen sollten. Das Thema ist unglaublich vielschichtig, und ich denke jeder muss für seine Eltern bzw. Großeltern angemessene Lösungen finden und sie ausreichend betreuen.
 

Lucas

Aktives Mitglied
Manchmal im Supermarkt begegnet man alten Frauen, die das Gespräch mit einem suchen.
Es geht um banale Dinge, oft werden abgedroschene Sprüche geäußert, insgesammt nichts wichtiges,
nur um kurz mal einen Kontakt zu anderen Menschen herzustellen.

Ich überlege mir manchmal warum diese Leute, die doch recht kontaktfreudig sind,
keine intensivere Beziehung zu anderen, ähnlichsituierten Menschen aufbauen können,
und lieber Fremde, oder die Kassiererin mit Sprüchen belegen.

Meiner Meinung nach liegt das an unserer Struktur die wir uns in unseren Leben selbst schaffen.
Diese Frauen (ich gehe davon aus das das Witwen sind) waren wahrscheinlich bis zum Tod ihres Mannes
schwerpunktmäßig auf ihre Ehe fixiert, der Kontakt zu anderen Menschen eher eingeschränkt.
Wenn der Partner stirbt, dann ist da ein Loch im Alltag das nicht annähernd gefüllt werden kann.

Wir sind wie wir sind, und wir haben uns zu dem gemacht was wir sind.
Wir sind unsere Struktur die wir uns in den Jahren/Jahrzehnten geschaffen haben.
Diesen Pfad kann man schlecht verlassen, auch wenn man vernünftige, erstrebenswerte,
gut nachvollziehbare Vorschläge von anderen Menschen erhällt.

Wer es nicht gewohnt war in Cafe's, Kneipen, Vereinen, ...... Kontakt mit anderen Menschen zu suchen,
der wird das als Witwe/Witwer auch schlecht hinbekommen.

Vielleicht hat man es in der Hand, wenn man sich bewußt macht wo man gegenwärtig steht,
um eine Zukunft für sich zu gestalten, in der Möglichkeiten bestehen, die man sich Heute zugänglich macht.

Ich werde die Folgen von dem tragen müssen was ich Heute unterlasse.
Wenn ich Angst habe im Alter alleine zu sein, muß ich jetzt was tun.
 

Babel

Aktives Mitglied
Es ist ein Gesellschaftsproblem: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Nur diejenigen werden angesehen, die zu etwas gebracht haben.
Sobald man runterrutscht, oder alt, nicht mehr nürzlich ist, wird man .... letztlich gemieden.
In so einer Gesellschaft werden die Menschen sich bezogen, egoistisch erzogen.

Man soll der Lebenssituation anpassen können. Die viele Betroffenen können ja sich zusammen tun.
Glücklicherweise sind in Deutschland viele Vereine, Hilfsorganisationen, die nicht Leistung bezogen sind. Man soll nur keine Scheu haben
diese zu besuchen. Dort sind ja die ähnlich Betroffenen.

Schwieriger ist nur wenn man nicht mehr so beweglich ist, z.B. Gehbehinderung usw.
Eine alte Frau mußte für einen Spaziergang bei Caritas eine Begleitung beantragen, und monatelang darauf warten, weil ihre Bekannten sich
nicht mehr trauten mit ihr spazieren zu gehen.

Aus Erfahrung weiß ich, dass selbst ein passives aber aufmerksames Zuhören ist bereits eine große Hilfe für die einsamen Menschen. Sie sind dankbar dafür.
 
G

Gast4563

Guest
Lieber Sohn,liebe Tochter,lieber junger Mensch,

an dem Tag wo Du erkennst,dass ich alt werde,versuche etwas Geduld
mit mir zu haben und versuche mich zu verstehn.

Wenn ich beim Essen schmutzig werde ...
Wenn ich mich anders anziehe ...
Sei geduldig,erinnere Dich daran,wieviel Zeit ich damit verbracht habe,
Dir diese Dinge zu lernen als Du noch klein warst ...
Wenn ich Dir die selben Dinge dutzende Male wieder erzähle,
unterbrich mich nicht !
Hör mir zu.

Als Du noch klein warst,hast Du mich ständig darum gebeten,
Dir die selbe Geschichte vorzulesen,Abend für Abend,
bis Du eingeschlafen bist und ich habe es gerne getan.

Wenn ich mich nicht mehr so oft dusche,tadel mich nicht,
und erzähle mir nicht,dass es eine Schande ist.
Erinnere Dich daran,wie viele Geschichten ich erfinden musste,
um Dich zum Baden zu bringen,als Du ein Kind warst.

Lache nicht über mich,wenn ich mich gegenüber neuen
Technologien intolerant verhalte.
Gib mir die Zeit zu verstehen.
Ich habe Dich so vieles gelehrt ...
Gesund zu essen ...
Gepflegt zu kleiden ...
Gutes Benehmen ...
Wie man mit den Lebenskrisen umgeht ...

Wenn ich mich manchmal nicht an etwas erinnern kann
oder nicht im Stande bin,einem Gespräch zu folgen,
gib mir die nötigeZeit,mich wieder zu entsinnen
und falls mir das nicht gelingt,werde nicht zu einem
gereizten und überheblichen Menschen,
denn das Wichtigste für mich ist ... bei Dir zu sein
und mit Dir zu sprechen.

Wenn ich mich weigere etwas zu essen,zwing mich nicht dazu !
Ich weiss selbst ganz genau,wann ich Hunger habe
und wann ich nicht hungrig bin.

Wenn meine alten Beine nicht mehr so fit sind wie zuvor ...
Hilf mir auf die selbe Weise,wie ich Deine Hände gehalten habe
um Dir bei Deinen ersten Schritten zu helfen.

Und wenn ich eines Tages sagen sollte,
dass ich nicht mehr leben möchte ...
Dass ich sterben will,werde nicht zornig ...
Denn eines Tages wirst auch Du verstehen !

Versuche zu verstehen,dass man ab einem bestimmten Alter
nicht mehr lebt.
Man überlebt ...

Eines Tages wirst Du verstehen,dass ich trotz meinen zahlreichen Fehlern,
immer nur eines im Sinn hatte:

... Dein Bestes ...

Du brauchst Dich nicht betrübt,unglücklich oder unfähig wegen meines
hohen Alters und meinem Zustand zu fühlen.
Du musst mir nur nahe sein und verstehen wofür ich lebe.

Hilf mir zu gehen,hilf mir mein Leben zu beenden mit Liebe und Geduld.

Das Einzige was ich von Dir verlange ist ein Lächeln und jede Menge Liebe.

Ich liebe Dich mein Sohn

... meine Tochter ... mein junger Mensch!


Deine Mama
Dein Papa
Deine alte Dame
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Den Werteverfall bestimmt jeder selbst.
Wenn ich meine Mutter besuche, gebe ich ein Beispiel meiner Tochter und sie besucht auch die Oma.Solange wir mobil sind, können wir es den Kindern/Enkelkindern vorleben.
In der heutigen Zeit (so ab 1960/70) setzte die Konsumwelle bei den Menschen Erwartungen in Gang und diese Erwartungen erzeugen einen Egoismus, der selbst bei
Müttern mit kleinen Kindern nicht halt machte.
Sie schauen lieber auf ihr Handy, denn es könnte ja eine Nachricht kommen, als das Kind in den Arm zu nehmen und zuzuhören wie der Tag in der Kita war.
Das war letztens im TV, Handy freie Zone im Kita Bereich. Die jüngeren Mütter/Väter reagierten in der Regel negativ auf diese Vorschrift. Die älteren Mütter/Väter waren verständnissvoll.
Im Prinzip wollen junge Menschen erst mal ihr Leben geniessen Urlaub etc. und dann kommen die Kinder und das ist nicht erst in den letzten 20 Jahren so.
Jeder hat nur ein Leben und das sollte so verlaufen wie die Menschen es sich vorstellen. Da kommt aber dann die Realität und die Selbstverwirklichung etc. geht den Bach runter.
Sich dann noch um Vater Mutter kümmern??
Wer diesen jungen Menschen nicht die Familie war bzw. vorgelebt hatte (regelmässige Besuche bei Oma/Opa) der hat nichts positives zu erwarten.
Wer rechtzeitig Gutes säht, der hat eine Chancem im Alter...................
 
G

Gast4693

Guest
Den Werteverfall bestimmt jeder selbst.
Wenn ich meine Mutter besuche, gebe ich ein Beispiel meiner Tochter und sie besucht auch die Oma.Solange wir mobil sind, können wir es den Kindern/Enkelkindern vorleben.
In der heutigen Zeit (so ab 1960/70) setzte die Konsumwelle bei den Menschen Erwartungen in Gang und diese Erwartungen erzeugen einen Egoismus, der selbst bei
Müttern mit kleinen Kindern nicht halt machte.
Sie schauen lieber auf ihr Handy, denn es könnte ja eine Nachricht kommen, als das Kind in den Arm zu nehmen und zuzuhören wie der Tag in der Kita war.
Das war letztens im TV, Handy freie Zone im Kita Bereich. Die jüngeren Mütter/Väter reagierten in der Regel negativ auf diese Vorschrift. Die älteren Mütter/Väter waren verständnissvoll.
Im Prinzip wollen junge Menschen erst mal ihr Leben geniessen Urlaub etc. und dann kommen die Kinder und das ist nicht erst in den letzten 20 Jahren so.
Jeder hat nur ein Leben und das sollte so verlaufen wie die Menschen es sich vorstellen. Da kommt aber dann die Realität und die Selbstverwirklichung etc. geht den Bach runter.
Sich dann noch um Vater Mutter kümmern??
Wer diesen jungen Menschen nicht die Familie war bzw. vorgelebt hatte (regelmässige Besuche bei Oma/Opa) der hat nichts positives zu erwarten.
Wer rechtzeitig Gutes säht, der hat eine Chancem im Alter...................
Ich bezweifele es, ob heutzutage ein Interesse daran besteht etwas Gutes zu säen. Ich denke,
dass die Zwischenmenschlichkeit, die wirklich aus den Augen viele Menschen verloren gegangen ist.
Jeder ist nur auf sich selbst beschränkt. Aber wenn wir keine Unterstützung, die Liebe, die Aufmerksamkeit,
die Sorge einer Familie spüren können, dann haben wir nicht viel im Leben.
Nichts von der Welt kann das ersetzen. Das Geld nicht. Der Ruhm nicht. Der Job nicht...
 

fredlang

Benutzer
Lieber Sohn,liebe Tochter,lieber junger Mensch,

an dem Tag wo Du erkennst,dass ich alt werde,versuche etwas Geduld
mit mir zu haben und versuche mich zu verstehn.

Wenn ich beim Essen schmutzig werde ...
Wenn ich mich anders anziehe ...
Sei geduldig,erinnere Dich daran,wieviel Zeit ich damit verbracht habe,
Dir diese Dinge zu lernen als Du noch klein warst ...
Gut wäre es, wenn diese "Ermahnungen" an die Jüngeren von ihnen immer befolgt würden.
 

Rolf-Andreas

Bekanntes Mitglied
Ich bezweifele es, ob heutzutage ein Interesse daran besteht etwas Gutes zu säen. Ich denke,
dass die Zwischenmenschlichkeit, die wirklich aus den Augen viele Menschen verloren gegangen ist.
Jeder ist nur auf sich selbst beschränkt. Aber wenn wir keine Unterstützung, die Liebe, die Aufmerksamkeit,
die Sorge einer Familie spüren können, dann haben wir nicht viel im Leben.
Nichts von der Welt kann das ersetzen. Das Geld nicht. Der Ruhm nicht. Der Job nicht...
Das Problem an deiner Story/Geschichte, ist das es wirklich dumme Menschen gibt, die denken das Kinder genauso schlecht sind wie sie selbst.
Das ist nicht auf Dich bezogen sondern auf das Heute Hier und Jetzt.
Aber glaube mir, die Kinder sind nicht so blöd um schlechtes Vorleben der Eltern zu erkennen.
Sie wollen auch alle ein zufriedenes Leben mit ihren Kindern, also handeln sie anders.
Denn Zufriedenheit fängt an, wenn Du und ich oder die Jugend sich entschliesst eine Lebensgemeinschaft zu gründen, mit oder ohne Eltern..
Und es dann richtig macht.
 
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